peter schweiger

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zsuzsanna gahse:

john cage steht für das experimentelle schlechthin. gelten die stichwörter interpretation und variation nur für das experimentelle oder an und für sich?


peter schweiger:

ich würde auf jeden fall sagen, es gilt an und für sich. aber was bei cage für mich so bedeutsam ist, dass er den begriff der interpretation quasi bis in den kern der komposition hineinlegt. bei ihm lässt sich, zumindest in einer späteren phase seines schaffens, die anweisung, das stück zu spielen, von der anweisung, es zu interpretieren, überhaupt nicht mehr trennen. im gegenteil. er nimmt das als methode, damit die ausführenden immer wieder zu neuen ergebnissen kommen.
ich empfinde mich ja als intrpret – als schauspieler und als regisseur bin ich per se interpret, das ist für mich kein abwertender titel. und daher ist dieser ansatz letzten endes für jedes stück oder für jede rolle selbstverständlich inhärent. das muss zuerst mal durch den mund oder durch den kopf von jemand anderem gehen, damit es zu dem kommt, als was es gedacht ist.


"erstaunlich flogen die wörter herum"
zsuszanna gahse im gespräch mit dem regisseur peter schweiger (in ’die horen’, zeitschrift für literatur, kunst und kritik, 2. quartal 2005)